Das richtige Content-Management-System kann Ihnen das Leben enorm erleichtern und Ihnen viel Zeit und Mühe sparen: Zuerst natürlich bei der Erstellung oder Neugestaltung Ihrer Website ganz nach Ihren persönlichen Wünschen und Bedürfnissen.

Langfristig aber auch bei der täglichen Arbeit an und mit Ihrem Webauftritt. Um Sie bei der Wahl des passenden Systems zu unterstützen, nehmen wir uns zwei der bekanntesten Systeme vor und vergleichen sie miteinander. Wer hat die Nase vorn – WordPress oder Typo3?


Wer ist bekannter?

Geht es um den Marktanteil gibt es einen klaren Sieger: WordPress liegt mit deutlichem Abstand zu den nachfolgenden Rängen auf Platz 1. Bei der Verbreitung von Typo3 gibt es je nach Land große Unterschiede, vor allem im deutschsprachigen Raum ist das Programm sehr beliebt.


WordPress in Zahlen:

  • 36,1% aller Websites sind weltweit auf WordPress aufgebaut (Stand Mai 2020)
  • Dies entspricht einem Marktanteil von 63,2% (Stand Mai 2020)
  • Mehr als 500 Websites werden jeden Tag mit WordPress erstellt (Stand 2020)


Typo3 in Zahlen:

  • Nur 0,3% aller Websites sind weltweit auf Typo3 aufgebaut, der Marktanteil beträgt 0,6% (Stand Mai 2020)
  • In Deutschland und Österreich kommt das CMS auf einen Marktanteil von 13% bzw. 17% und ist damit das am zweithäufigsten verwendete System (Stand 2019)
  • Über 1.000 neue Seiten pro Monat werden mit Typo3 erstellt (Stand März 2020)



In den folgenden zwei Abschnitten nehmen wir die Systeme WordPress und Typo3 genauer unter die Lupe und geben Infos zur Entstehung und der Technik. Zusätzlich beleuchten wir die wesentlichen Merkmale der Programme – zunächst ohne eine Einteilung in Vor- und Nachteile. Denn was dem einen Projekt nützt, benötigt ein anderes nicht unbedingt.

Für einen schnellen Überblick der Haupteigenschaften von WordPress und Typo3 hier unsere Vergleichstabelle.

Was kann WordPress?

Basierend auf dem Open Source-Programm b2/cafelog, das ursprünglich von Michel Valdrighi geschrieben wurde, entwickelte Matthew Mullenweg im Jahr 2003 zusammen mit Mike Little WordPress. Das Ziel: eine Weblogsoftware, die einfach zu bedienen, flexibel und gut anpassbar sein sollte. Die erste stabile Version erschien am 3. Januar 2004 mit einer GNU General Public License.

Im Laufe der Jahre wurde der Funktionsumfang von WordPress immer weiter ausgebaut und das System entwickelte sich von der einfachen Blogsoftware hin zum bekanntesten Content-Management-System. Der Erfolg basiert vor allem auf der großen Community, die praktisch ununterbrochen Erweiterungen und Verbesserungen für WordPress programmiert. Eine einzelne Person hätte für die Entwicklung der aktuellen Version und der verfügbaren Plugins fast 400 Jahre benötigt. (Stand Mai 2020)


Aber was genau macht WordPress denn nun aus?

Hier ein Einblick in die wichtigsten Merkmale:

 

Installation

WordPress basiert auf der Skriptsprache PHP und benötigt eine MySQL- oder MariaDB-Datenbank, der Hoster Ihrer Wahl sollte damit ausgestattet sein. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, gestaltet sich die Installation sehr einfach: Vom Herunterladen des Pakets mit dem Quellcode bis zur Erstellung der Website werden nach Entwicklerangaben weniger als fünf Minuten benötigt.


Handhabung

Besonders die intuitive Benutzung von WordPress macht das CMS so beliebt. Installation und Bedienung gehen leicht von der Hand und gelingen auch einem Laien. Sollten doch Fragen auftauchen, hilft die Community in diversen Frageforen. Für die Verwendung von unterwegs gibt es spezielle Apps, die den Zugriff übers Smartphone erlauben.


Erweiterungen

Im offiziellen WordPress-Verzeichnis sind über 56.000 Plugins verfügbar – in diesem riesigen Angebot findet sich für jeden Wunsch etwas. Immer beachten sollten Sie dabei die Aktualität der Tools: Veraltete Plugins sind oft anfällig für Hacker.


Optik

Das Archiv an Designvorlagen für WordPress ist einzigartig: Es gibt inzwischen etwa 4000 professionelle Themes. Neben den vorinstallierten Templates gibt es auf den Websites der Entwickler und über den eingebauten Theme-Browser viele unterschiedliche Varianten für jeden Geschmack – sowohl kostenlos als auch kostenpflichtig.


Funktionen

Die Basisversion von WordPress verfügt nur über wenige Grundfunktionen: Neben dem unkomplizierten Erstellen und Bearbeiten von Blog-Artikeln und statischen Seiten ist vor allem die Möglichkeit von Kommentareinträgen und der Linkverwaltung hervorzuheben. Darüber hinaus existieren ein einfaches Redaktionssystem mit fünf Benutzerrollen und eine Multi-Site-Funktion. Die Erstellung von mehrsprachigen Seiten wird nicht unterstützt. Sie können das System jedoch über die zahlreich verfügbaren Plugins individuell Ihren Wünschen anpassen. Es gibt Bereiche, die Sie auf jeden Fall erweitern sollten, wie zum Beispiel Ladezeit, SEO, Backups, Datenschutz und Sicherheit. Andere Funktionen sind sehr spezifisch wie die Bereiche E-Commerce, Membership und Social Media.


Stabilität und Performance

Da WordPress als dynamisches Blogsystem gestartet ist, enthält es in der Basisversion keine Caching-Funktion und kommt bei hohen Besucherzahlen schnell an seine Grenzen. Ein entsprechendes Plugin schafft Abhilfe und verkürzt Ladezeiten. Gleichzeitig sollte man sparsam bei der Installation von Plugins sein, da eine große Anzahl Ihren Webauftritt verlangsamt. Für eine gute Performance gilt: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.


Sicherheit

Aufgrund der weiten Verbreitung ist WordPress besonders beliebt bei Hackern und deren Ziel Nr.1. Um Ihre Seite so sicher wie möglich zu halten, müssen Sie sie ständig aktualisieren und sollten auf zu viele Plugins aus verschiedenen Quellen verzichten. Diese sind – entweder wegen eines anfälligen Codes oder fehlender Updates – die häufigste Sicherheitslücke.
 


Was kann Typo3?

Im Jahr 1997 startete der Däne Kasper Skårhøj mit der Entwicklung einer Software, die es Kunden erlauben sollte, Websites ohne HTML-Kenntnisse zu erstellen und pflegen. Nach einem kurzen Einsatz als kommerzielles System einer Werbeagentur, erschien 2001 die erste offizielle Typo3-Version als Open Source-Projekt mit einer GNU General Public License. Drei Jahre später wurde die Typo3 Association gegründet: Dieser gemeinnützige Verein mit Sitz in der Schweiz koordiniert die stetige Weiterentwicklung des CMS.


Typo3 gilt als Enterprise-Content-Management-System, das – vor allem in Europa – häufig für die Erstellung und Verwaltung komplexer Internetprojekte verwendet wird. Doch warum eigentlich?


Installation

Der Kern von TYPO3 ist in der Skriptsprache PHP geschrieben, zusätzlich kommt die systemspezifische Konfigurationssprache TypoScript zum Einsatz. Als Datenbank können MySQL, MariaDB, PostgreSQL oder Oracle verwendet werden. Da für das initiale Setup Fachkenntnisse benötigt werden, sollten Sie sich damit an eine Internetagentur wenden.


Handhabung

Für die Installation sowie die technische Pflege einer Typo3-Website benötigen Sie zwar einen spezialisierten Fachmann – intern oder extern –, für die redaktionelle Pflege jedoch nicht. Planen Sie ein wenig Zeit für die Einarbeitung ein, danach können Sie die Funktionen des CMS voll nutzen.


Erweiterungen

Aktuell gibt es allein im TER, dem öffentlichen Extension-Repository, etwa 5.500 Erweiterungen, die von geschätzt 2.000 Programmierern geschrieben wurden.


Optik

Für Typo3 gibt es nur wenige Designvorlagen, die meisten Unternehmen lassen ein eigenes Theme entwickeln.


Funktionen

Typo3 besticht vor allem durch seinen großen Funktionsumfang: Bereits zur Basisversion gehören zahlreiche Optionen wie Mehrsprachigkeit, Multi-Site- und Multi-Domainfähigkeit sowie eine komplexe Rechteverwaltung. Daran angeschlossen erleichtert ein Workflow-Management den Freigabeprozess, während offene Schnittstellen die problemlose Anbindung von klassischen Business-Anwendungen wie CRM- und ERP-Systemen ermöglichen.


Stabilität und Performance

Typo3 überzeugt durch seine cleane Code-Basis, die auch anspruchsvollen Anforderungen gewachsen ist und für eine einwandfreie, stabile Performance sorgt. Die ab Werk mitgelieferte Caching-Funktion wirkt sich zusätzlich positiv auf die Ladezeiten der Seiten aus.


Sicherheit

Um die Sicherheit des Systems kümmert sich die Typo3 Association. Ihr Security Team überwacht die Weiterentwicklung und reagiert bei Problemen zeitnah mit Sicherheitsupdates. Zudem gibt es regelmäßig eine Long Term Support (LTS) Version, die für 3 Jahre von offizieller Seite aus kostenlos mit Sicherheits- und Wartungsupdates versorgt wird. Danach besteht die Möglichkeit, die Version im Rahmen einer kostenpflichtigen Extented Long Term Support (ELTS) Version weitere 3 Jahre zu nutzen. Solange Sie einer dieser unterstützten Versionen verwenden, gibt es kaum ein Risiko für erfolgreiche Angriffe auf Ihre Website.

Welches CMS ist besser?

Beide Content-Management-Systeme haben Vor- und Nachteile: WordPress ist inzwischen deutlich mehr als ein simples Blogsystem, in den letzten Jahren hat es seine Fähigkeiten stark ausgebaut. Das System kann viel, aber nicht alles – dabei schmerzen seine Defizite vor allem bei mehrschichtigen Unternehmensseiten, seine Vorteile überzeugen hingegen vorwiegend bei News-Portalen und kleineren Projekten. Mit Typo3 verhält es sich genau umgekehrt: Das CMS ist deutlich zu mächtig und komplex für einfache Webauftritte, punktet bei mittelständigen und großen Firmen hingegen in den Bereichen Funktion, Sicherheit und Stabilität.

Grundsätzlich empfiehlt es sich also, fallspezifisch zu entscheiden, welches System den Anforderungen am besten entspricht. Eventuell sind Ihre Wünsche auch vielschichtiger: Eine Corporate Website mit angeschlossenem Blog, ein Community-Portal mit User Generated Content, ein Onlineshop mit contentbasiertem Ratgeber… Fragen Sie uns nach einer maßgeschneiderten Lösung, wir helfen gern. Sie erreichen uns telefonisch unter 0711 184206-0 oder per E-Mail über hello@wus.agency.

Dagmar Kavakli
Senior Content-Marketing Manager

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