Das Angebot an Content-Management-Systemen scheint schier endlos: WordPress, Joomla, Drupal, Contao, TYPO3 – und das sind nur die bekanntesten unter den mehreren hundert Open Source-Programmen.

Die umfangreiche Anzahl macht die Auswahl nicht einfach, doch die Suche lohnt sich: Das richtige CMS vereinfacht die Erstellung und Bearbeitung Ihres Webauftritts und spart Ihnen so Zeit, Geld und Nerven.

Was ist Ihr Ziel?

Im Beitrag „Einfach erklärt: Was ist ein Content-Management-System?“ haben wir die verschiedenen Funktionen, Arten und Anwendungsfelder erläutert und festgestellt, dass es nicht eine optimale Lösung für alle gibt – je nach Anforderung überzeugt entweder das eine oder das andere System. Nun überlegen wir konkret, welches CMS sich für welche Anforderung eignet und geben Antworten anhand der typischen Fragen eines Erstgesprächs.

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Vorab klären wir die grundsätzliche Richtung: Als Teil der Frage nach dem Konzept und der Zielsetzung Ihrer Internetseite betrachten wir, ob Sie Hersteller bzw. Händler oder Dienstleister sind. Daraus ergeben sich drei unterschiedliche Ansätze:

  1. Als Dienstleister, der sich und sein Angebot online präsentieren möchte, benötigen Sie ein CMS.
  2. Als Hersteller bzw. Händler, der sein Angebot online fast ausschließlich über Produktseiten vertreiben möchte, benötigen Sie ein Shopsystem.
  3. Als Hersteller bzw. Händler, der sein Angebot online vertreiben und mit ausführlichen Inhalten bewerben möchte, benötigen Sie ein Shopsystem und ein CMS.

Welches CMS Sie benötigen, ergibt sich nun aus den einzelnen Anforderungen, die Sie an Ihre Website stellen.

Möchten Sie die Inhalte Ihrer Website selbst pflegen und verwalten?

Nur wenn Sie diese Frage mit „Ja“ beantworten, brauchen Sie wirklich ein CMS. Andernfalls können Sie eine Agentur oder einen Programmierer mit der Erstellung und Verwaltung Ihres Webauftritts beauftragen.

Sollen mehrere Seiten oder Domains über Ihre CMS-Lösung verwaltet werden?

Wenn Sie mehrere Websites bzw. Domains führen, können Sie diese über ein multidomainfähiges CMS gemeinsam verwalten. Nach außen sehen die Seiten eigenständig aus, aber Sie benötigen nur eine Software, die Sie mit Updates aktuell halten und in der Sie die Inhalte zeitsparend für alle Seiten gleichzeitig bearbeiten können. Diese anwenderfreundliche Komponente wird von mehreren Software-Lösungen angeboten, besonders bewiesen hat sich TYPO3.

Wollen Sie Ihre Inhalte in mehreren Sprachen zur Verfügung stellen?

Bei einem mehrsprachigen Webauftritt ist ab einer gewissen Komplexität die unkomplizierte Pflege der Inhalte besonders wichtig. Zwar gibt es viele multilinguale CMS, doch nicht alle lassen sich bequem handhaben. Auch hier zeigt sich TYPO3 sehr komfortabel.

Brauchen Sie einen Blog?

Im Bereich Blogs – egal, ob Hobby oder Corporate – ist WordPress der klare Sieger gegenüber allen anderen CMS. Die Software punktet mit einer hohen Benutzerfreundlichkeit, einer großen Auswahl an vorhandenen Themes und einem suchmaschinenfreundlichen Aufbau.

Wie viele Personen arbeiten an der Website?

Je weniger Personen an einer Webseite mitarbeiten, desto weniger müssen Sie diesen Punkt bei der Wahl des passenden CMS beachten. Sollten Sie jedoch ein umfangreiches Rechtesystem mit unterschiedlichen Benutzergruppen benötigen, empfehlen wir Drupal oder TYPO3.

Möchten Sie Inhalte vor der Veröffentlichung überprüfen und freigegeben lassen?

In diesem Fall benötigen Sie ein CMS mit einem Freigabeprozess, der die Überprüfung und Genehmigung von erarbeiteten Beiträgen direkt im System ermöglicht. Die „Mit Bitte um Freigabe“-Mails erledigen sich dadurch und Sie sparen Zeit. Kostenpflichtige CMS bieten diese Funktion meist standardmäßig an, Open Source-Projekte müssen in der Regel angepasst werden.

Wollen Sie Ihre Produkte online präsentieren?

Produktdaten wie Name, Artikelnummer, Marke, Preis, Größe, Farbe usw. werden von Unternehmen in der Regel in einem ERP-System, also einem Enterprise-Resource-Planning-System, verwaltet. Weiterführende Informationen wie Texte und Bilder sind meist in Word-Dateien und Ordnern verstreut. Besser eignet sich da ein PIM-System: Diese Product-Information-Management-Systeme erlauben die zentrale, medienneutrale Verwaltung von produktrelevanten Informationen und deren Verteilung auf verschiedene Kanäle.

Möchten Sie Ihre Produkte online präsentieren, reicht ein Content-Management-System nicht aus. Sie benötigen für eine saubere Struktur ein PIM- oder zumindest ein ERP-System, das die Produktinformationen bereitstellt. Neben kostenpflichtigen Software-Lösungen gehören vor allem TYPO3 oder Drupal zu den CMS, die diese problemlos anbinden.

Müssen Sie weitere Systeme per Schnittstelle integrieren?

Sobald Sie weitere Software wie beispielsweise einen Shop oder ein CRM-System via API (Application Programming Interface) integrieren möchten, sollten Sie auf ein solides CMS setzen. Im Open Source-Bereich eignen sich hierfür unter anderem TYPO3 oder Drupal.

Möchten Sie einen geschützten Kundenbereich mit einem Login?

Ein geschützter Bereich auf Ihrer Website kann mittels eines Passworts von ausgewählten Nutzern, beispielweise Business Partner oder Premium-Kunden, eingesehen werden. Hierfür bieten sich solide Systeme wie TYPO3 an, da diese bereits in der Basisversion mit einem Login-Bereich mit etlichen Funktionen und Möglichkeiten ausgestattet sind.

Sollen Nutzer sensible Daten wie z. B. Zahlungsinformationen angeben können?

Oft verwendete CMS sind auch bei Hackern beliebt, da diese dort mit wenig Aufwand viel Schaden anrichten können. Daher ist es nur logisch, dass gerade die weit verbreiteten Software-Lösungen mit vielen Erweiterungsmöglichkeiten das größte Sicherheitsrisiko mit sich bringen: WordPress und Joomla gehören zu den am meisten gehackten Systemen, daher empfehlen wir diese nur bedingt.

Brauchen Sie A/B-Testings?

Der Einsatz von A/B-Tests hilft bei der kontinuierlichen Optimierung Ihrer Website. Da diese in der Regel entwickelt werden müssen, schränken Sie Ihre Auswahl an passenden Content-Management-Systemen nicht ein.

Haben Sie Vorgaben bezüglich der Barrierefreiheit?

Barrierefreiheit im Internet gewährleistet, dass Nutzer mit unterschiedlichsten Einschränkungen und Bedürfnissen Webangebote uneingeschränkt und ohne fremde Hilfe nutzen können. Dazu gehören neben einem strukturierten Seitenaufbau, einem optimalen Farbkontrast und einer skalierbaren Schriftgröße auch die Unterstützung von technischen Hilfsmitteln wie beispielsweise den Screenreadern, die den Inhalt des Bildschirms in Sprache umwandeln.

Bei öffentlichen Einrichtungen ist die Barrierefreiheit von Webseiten vorgeschrieben, aber auch für Unternehmen kann dies sinnvoll sein: Abgesehen von der sozialen Verantwortung spielen die Erreichbarkeit der eigenen Zielgruppe sowie ein verbessertes Suchmaschinen-Ranking eine Rolle. Als CMS eignen sich umfangreiche Software-Lösungen wie Drupal und TYPO3, aber auch das schlankere Contao hat sich auf ein barrierefreies Front- und Backend spezialisiert.
 

Wie kommen Sie an Ihr Ziel?

Viele Wege führen nach Rom: Das heißt letztendlich können Sie mit (fast) jedem CMS Ihr Projekt realisieren – als Unternehmer müssen Sie sich jedoch fragen, welche Software langfristig Ihre Bedürfnisse erfüllt. Beachten Sie bei der Wahl eines Content-Management-Systems also folgende Punkte:

  • Die Basisversion sollte so viele Funktionen wie möglich abdecken und mit Hilfe von Extensions/Plugins auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt werden können.
  • Sowohl die Standard-Funktionen als auch die Extensions/Plugins sollten leicht anpassbar sein.
  • Das CMS sollte sicher sein.
  • Es sollte genügend Agenturen geben, die mit dem System entwickeln, so dass Sie nicht von einem Dienstleister abhängig sind.
  • Das CMS sollte gerne bedient werden und zum Unternehmen bzw. den Redakteuren passen.


Unserer Erfahrung nach eignen sich die Systeme WordPress, Joomla und Contao aus unterschiedlichen Gründen nicht für mittelständische Unternehmen. Vor allem der Marktführer WordPress punktet zwar durch seine Benutzerfreundlichkeit und den dadurch schnell entwickelten Internetseiten. Aufgrund seines Ursprungs als reine Blog-Software ist die Basisversion jedoch nicht mit den notwendigen Funktionen ausgestattet. Diese müssen über Plugins hinzugefügt werden, dadurch wird Ihre Website langsamer und die Performance verschlechtert sich.

Unsere Empfehlung für Firmenseiten mit einer komplexen Struktur lautet meist TYPO3: Das System überzeugt mit umfangreichen Funktionen, hoher Flexibilität, Beständigkeit und Sicherheit.

 

Probieren Sie es aus!

Das CMS muss jedoch nicht uns gefallen, sondern Ihnen: Wenn Sie bzw. Ihre Mitarbeiter nicht gerne in dem verwendeten System arbeiten, sind alle Vorteile nur noch halb so wichtig. Schwanken Sie zwischen zwei oder drei verschiedenen Software-Lösungen, kann dies zum ausschlaggebenden Faktor werden. Mithilfe unserer Blogbeiträge "Der CMS-Vergleich Teil 1: Typo3 vs. Wordpress" und "Der CMS-Vergleich Teil 2: Typo3 vs. Drupal" können Sie sich noch eindringlicher mit den verschiedenen CMS-Systemen beschäftigen. Oder aber Sie testen die CMS in einer Demo-Version.Melden Sie sich einfach per E-Mail und sagen Sie uns, für welche Content-Management-Systeme Sie sich interessieren. Wir senden Ihnen Zugangsdaten und Sie prüfen, welches System für Sie am besten passt.

Dagmar Kavakli
Senior Online-Marketing Manager

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