Erstellen, Bearbeiten, Gestalten und Archivieren: Mit einem Content-Management-System gelingt Ihre neue Website ganz leicht. Aber welches Programm ist das Beste? Im Artikel "Die richtige Wahl: Welches ist das beste CMS?" haben wir erklärt, welches CMS für welche Anforderungen geeignet ist. Im Artikel "Der CMS-Vergleich Teil 1: Typo3 vs. Wordpress" haben wir dann die Vor- und Nachteile zwei der bekanntesten Systeme erläutert. Nun nehmen wir die Software Drupal unter die Lupe und vergleichen Sie mit unserem Favoriten – wer überzeugt dieses Mal?

Wer ist bekannter?

Mit großem Abstand auf den starken Marktführer WordPress belegt Drupal Rang 3 der weltweit verbreitetsten Content-Management-Systeme: Mit einem Marktanteil von 2,7% liegt es klar vor Typo3, dessen Marktanteil international gerade einmal 0,6% beträgt. Im deutschsprachigen Raum bleibt der Anteil von Drupal mit 2,6% in Deutschland und 3,5% in Österreich relativ konstant, Typo3 überholt den Konkurrenten jedoch mit 13% bzw. 17% deutlich. Damit ist Typo3 nach WordPress das am häufigsten verwendete System hierzulande.

Wie sich die beiden Content-Management-Systeme genau unterscheiden, beleuchten wir in den nächsten beiden Abschnitten: Informationen zur Entstehung, Technik und den wesentlichen Merkmalen der Programme geben Ihnen ein klares Bild und erleichtern die Entscheidung, welche Software besser zu Ihnen passt. Mögen Sie es lieber kurz und knapp, geben wir Ihnen hier eine Zusammenfassung unseres Vergleichs.

Was kann Drupal?


Drupal wurde 2000 als Kontaktplattform eines Studentenwohnheims konzipiert und im Jahr darauf von einem der Hauptentwickler, dem Belgier Dries Buytaert, in Form eines Open Source-Projekts mit einer GNU General Public License für die Allgemeinheit geöffnet. Mithilfe einer äußerst aktiven Entwicklergemeinde wurde das Forum in den folgenden Jahren zu einem der führenden Web-Content-Management-Systeme ausgebaut und fand weltweit Verbreitung. Neben großen internationalen Konferenzen, den zweimal jährlich stattfindenden DrupalCons, trifft sich die Community auf regionalen und überregionalen, meist themenbezogenen Camps.

Mit Drupal 9 soll noch dieses Jahr eine neue Hauptversion veröffentlich werden. War es bisher so, dass mit einem großen Release viele nötige Anpassungen und zum Teil daraus resultierende Probleme auf die Nutzer zukamen, soll sich dies in Zukunft ändern: Ab Drupal 8 sollen alle zukünftigen Versionen kompatibel sein, so dass sich ein Upgrade deutlich problemloser als bisher gestaltet.


Was genau kennzeichnet das CMS? In den folgenden Punkten erklären wir die Haupteigenschaften von Drupal.


Installation

Drupal ist größtenteils in PHP geschrieben, zusätzlich verwendet das System seit Version 8 Komponenten des PHP-Frameworks Symfony. Als Datenbank können Sie SQLite, MySQL/MariaDB und PostgresSQL nutzen, durch Zusatzmodule ist auch die Verwendung von MS SQL Server und Oracle möglich. Die Basisversion von Drupal ist schnell installiert, ohne umfassende Erweiterungen lässt sich das System jedoch nicht einsetzen: Nach dem Baukastenprinzip müssen alle benötigten Module nachinstalliert und konfiguriert werden, professioneller Support bei der Implementierung ist ntowendig.


Handhabung

Anders als bei den meisten CMS gibt es bei Drupal kein strikt getrenntes Backend, in dem Sie die Webseiten bearbeiten. Stattdessen ermöglicht die integrierte Rollenverwaltung die Bearbeitung direkt im Frontend, so dass berechtigte Nutzer die Seiten direkt bearbeiten können. Für Laien verkürzt diese intuitive Eingabe den Schulungsaufwand enorm. Benutzer, die aber bereits mit anderen Systemen gearbeitet haben, sehen sich meist vor einer Herausforderung.


Erweiterungen

Das CMS ist modular konzipiert: Das heißt, ein schlanker Kern mit äußert wenigen Funktionen kann anhand verschiedener Erweiterungen individuell ausgebaut werden. Für die aktuelle Version 8 gibt es zurzeit knapp 9.000 dieser Module. Aufgrund des hohen Aufwands und der benötigten Fachkenntnisse, alle passenden Erweiterungen zusammenzusuchen, bietet Drupal auch Installationsprofile. Diese sogenannten Distributionen bieten eine bestimmte Auswahl an Zusatzmodulen für typische Anwendungsfälle wie beispielsweise für Behörden, Verlage oder Onlineshops.


Optik

Für Drupal 8 gibt es etwa 500 Templates, mit denen Sie die Optik Ihres Webauftritts verändern können. Jedoch unterliegen diese meist den Beschränkungen einer Distribution, deshalb wird üblicherweise die Erstellung eines eigenen Themes empfohlen.


Funktionen

Der Schwerpunkt von Drupal liegt unter anderem im Bereich Social Publishing: Es unterstützt den Aufbau von Communitys mithilfe von interaktiven Elementen wie Weblogs, Foren und Tag-Clouds sowie einem differenziertes Rollen- und Rechtesystem. Zusätzlich verfügt das System über gängige Funktionen wie Mehrsprachigkeit, Multi-Site- und Multi-Domainfähigkeit sowie Schnittstellen zur Anbindung von anderen Programmen wie CRM- und ERP-Systemen. Da diese jedoch über Module geschaffen werden, bedürfen Sie bei Upgrades besonderer Aufmerksamkeit und gegebenenfalls diverser Anpassungen.


Stabilität und Performance

Das ausgeklügelte Caching-System des CMS sichert Ihnen eine gute Performance auch bei hohen Besucherzahlen. Zusätzlich laden aufgrund des schlanken Kerns mit Drupal erstellte Webseiten schneller als die meisten anderen. Dieser Vorteil wird jedoch durch eine hohe Anzahl an notwendigen Erweiterungen oft aufgehoben.


Sicherheit

Der Long Term Support (LTS) von Drupal versorgt zwei Hauptversionen mit Sicherheitsupdates, deren Ende wird einige Zeit im Voraus bekannt gegeben. Zusätzlich kümmert sich das Drupal Security Team um die Sicherheit des aktuellen Kerns sowie die auf drupal.org veröffentlichten Module, es verarbeitet gemeldete Sicherheitslücken und veranlasst deren Behebung. Trotz des großen Aufwands im Bereich Sicherheit und des eher geringen Risikos an erfolgreichen Angriffen, verbinden nach wie vor viele die bekannt gewordenen Fälle mit dem CMS: In den Jahren 2014 und 2018 tauchten unter dem Namen „Drupalgeddon 1 und 2“ kritische Sicherheitslücken auf, die es Hackern erlaubten, vertrauliche Inhalte abzugreifen bzw. die uneingeschränkte Kontrolle über das gesamte System zu erhalten.
 


Was kann Typo3?

Im Jahr 1997 startete der Däne Kasper Skårhøj mit der Entwicklung einer Software, die es Kunden erlauben sollte, Websites ohne HTML-Kenntnisse zu erstellen und pflegen. Nach einem kurzen Einsatz als kommerzielles System einer Werbeagentur, erschien 2001 die erste offizielle Typo3-Version als Open Source-Projekt mit einer GNU General Public License. Drei Jahre später wurde die Typo3 Association gegründet: Dieser gemeinnützige Verein mit Sitz in der Schweiz koordiniert die stetige Weiterentwicklung des CMS.

Typo3 gilt als Enterprise-Content-Management-System, das – vor allem in Europa – häufig für die Erstellung und Verwaltung komplexer Internetprojekte verwendet wird. Doch warum eigentlich?


Installation

Der Kern von TYPO3 ist in der Skriptsprache PHP geschrieben, zusätzlich kommt die systemspezifische Konfigurationssprache TypoScript zum Einsatz. Als Datenbank können MySQL, MariaDB, PostgreSQL oder Oracle verwendet werden. Da für das initiale Setup Fachkenntnisse benötigt werden, sollten Sie sich damit an eine Internetagentur wenden.


Handhabung

Für die Installation sowie die technische Pflege einer Typo3-Website benötigen Sie zwar einen spezialisierten Fachmann – intern oder extern –, für die redaktionelle Pflege jedoch nicht. Planen Sie ein wenig Zeit für die Einarbeitung ein, danach können Sie die Funktionen des CMS voll nutzen.


Erweiterungen

Aktuell gibt es allein im TER, dem öffentlichen Extension-Repository, etwa 5.500 Erweiterungen, die von geschätzt 2.000 Programmierern geschrieben wurden.


Optik

Für Typo3 gibt es nur wenige Designvorlagen, die meisten Unternehmen lassen ein eigenes Theme entwickeln.


Funktionen

Typo3 besticht vor allem durch seinen großen Funktionsumfang: Bereits zur Basisversion gehören zahlreiche Optionen wie Mehrsprachigkeit, Multi-Site- und Multi-Domainfähigkeit sowie eine komplexe Rechteverwaltung. Daran angeschlossen erleichtert ein Workflow-Management den Freigabeprozess, während offene Schnittstellen die problemlose Anbindung von klassischen Business-Anwendungen wie CRM- und ERP-Systemen ermöglichen.


Stabilität und Performance

Typo3 überzeugt durch seine cleane Code-Basis, die auch anspruchsvollen Anforderungen gewachsen ist und für eine einwandfreie, stabile Performance sorgt. Die ab Werk mitgelieferte Caching-Funktion wirkt sich zusätzlich positiv auf die Ladezeiten der Seiten aus.


Sicherheit

Um die Sicherheit des Systems kümmert sich die Typo3 Association. Ihr Security Team überwacht die Weiterentwicklung und reagiert bei Problemen zeitnah mit Sicherheitsupdates. Zudem gibt es regelmäßig eine Long Term Support (LTS) Version, die für 3 Jahre von offizieller Seite aus kostenlos mit Sicherheits- und Wartungsupdates versorgt wird. Danach besteht die Möglichkeit, die Version im Rahmen einer kostenpflichtigen Extented Long Term Support (ELTS) Version weitere 3 Jahre zu nutzen. Solange Sie einer dieser unterstützten Versionen verwenden, gibt es kaum ein Risiko für erfolgreiche Angriffe auf Ihre Website.

Welches CMS ist besser?

Drupal ist eher ein Framework für Webanwendungen als ein klassisches Content-Management-System. Es eignet sich für Projekte, deren Anforderungen ganz klar definiert und sehr individuell sind. Dank des schlanken, aber funktionsarmen Kerns kann ein erfahrener Webentwickler mithilfe von Modulen das System exakt auf Ihre Bedürfnisse zuschneiden. Typo3 hingegen ist ein mächtiges CMS für komplexe Aufgaben: Seine meist in der Basisversion schon vorhandenen Fähigkeiten sind perfekt angepasst an die Anforderungen im klassischen Unternehmensumfeld – funktional, sicher, stabil.

Wie auch beim Vergleich WordPress vs. Typo3 empfehlen wir abzuwägen: Beide Content-Management-Systeme sind hoch qualifizierte Werkzeuge mit Vor- und Nachteilen. Die entscheidende Frage ist also, wofür Sie sie einsetzen möchten. Drupal überzeugt bei sehr spezialisierten Webauftritten und im Bereich Social Communitys. Typo3 setzt sich bei mittelständigen und großen Unternehmen durch.

Wenn Sie Unterstützung bei Ihrer Entscheidung möchten, helfen wir Ihnen gerne mit einer persönlichen Beratung. Kontaktieren Sie uns für eine passgenaue Lösung einfach telefonisch unter 0711 184206-0 oder per E-Mail über hello@wus.agency.

Dagmar Kavakli
Senior Content-Marketing Manager

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