Amazon, Zalando und Co. – wer kennt die Großen des E-Commerce nicht?

Der Kauf von Produkten im Internet ist längst ein fester Bestandteil unseres Alltags. Als Hersteller, Händler oder Dienstleister sollten Sie ein Teil davon sein. Aber welches System ist das beste und bringt Ihren Onlineshop nach vorne?

Diese Frage beantworten wir Ihnen im folgenden Artikel: Wir erläutern die Entstehung von Webshop-Systemen, deren Aufgaben und Unterschiede. Im großen Vergleich stellen wir sieben Software-Lösungen gegenüber und zeigen deren Vor- und Nachteile.


Wie sind Shopsysteme entstanden?

Mit der zunehmenden Verbreitung des Internetzugangs zu Beginn der 90er Jahre ergriffen viele Händler die Chance, ihre Waren und Dienstleistungen auch online anzubieten. Dieser neue Vertriebskanal wuchs stetig und brachte laut statista (Quelle: Statistik „E-Commerce-Umsatz mit Waren in Deutschland in den Jahren 2000 bis 2019“) bereits 2000 einen Umsatz von 1 Milliarde Euro in Deutschland. Bis 2010 stieg er auf über 18 Milliarden, im Jahr 2019 betrug er beeindruckende 72 Milliarden.


So wie die Verbreitung und Akzeptanz des E-Commerce entwickelte sich auch deren Basis: das Shopsystem.

Ein Shopsystem, auch Webshop- oder Onlineshop-System genannt, ist die technische Grundlage eines jeden Onlineshops. Als webbasierte Software stellt es die Funktionalitäten für die Warenpräsentation, für den digitalen Verkauf von Produkten und Dienstleistungen sowie die Abwicklung des Bestell- und Bezahlprozesses bereit. Zusätzlich bietet es diverse Möglichkeiten im Bereich Online Marketing.

Der Funktionsumfang der Shopsysteme war nicht immer so umfassend, sondern nahm stetig zu. Dabei durchlief die Entwicklung mehrere Stufen: Bis ins Jahr 2000 war das „Storefront-System“ zur reinen Präsentation der Produkte sowie der Kaufabwicklung üblich. In zwei Schritten wurde dieses System erst bis 2001 und dann nochmals verstärkt bis 2006 um Ordermanagement und Administration Features im Backend ergänzt. Dabei handelte es sich beispielsweise um die Verwaltung von Bestellungen, das Erstellen eines Kundenkontos sowie die Verwendung von Produktdatenbanken. Bis ins Jahr 2010 kamen vor allem Funktionen im Frontend hinzu, wie beispielsweise ein verbesserter Kundensupport durch persönliche Wunschzettel und Hilfefunktionen. Seitdem werden insbesondere Web 2.0-Funktionen wie die Integration von Kundenbewertungen oder die Verknüpfung mit Social Media-Kanälen ausgebaut.

Was kann ein Shopsystem?

Auch wenn sich die verschiedenen Shopsysteme in ihrem Funktionsumfang deutlich unterscheiden, besitzen die allermeisten folgende grundlegende Softwarekomponenten:

  • eine Shop-Datenbank für Produktinformationen
  • eine Administrationsdatenbank für Verwaltungsinformationen
  • ein Präsentationssystem
  • Integrationsmöglichkeiten zur Zahlungsabwicklung
  • Schnittstellen zu Lagerhaltung und Vertrieb
  • Webtracking-Funktionen zur Analyse



Wie lassen sich Shopsysteme unterscheiden?

Üblicherweise werden Software-Lösungen für Webshops in vier Bereiche eingeteilt. Diese richten sich nach den Bezahlmodellen der Systeme.


Software as a Service (SaaS): Diese Baukastensysteme sind eine Out-of-the-box-Lösung mit einem festen Sortiment an Funktionen und Designs.

  • Schnelle Umsetzung auch von Laien
  • Intuitive, komfortable Bedienung
  • Geringe Kosten
  • Begrenzte Individualisierungsmöglichkeiten
  • Eingeschränkter Funktionsumfang


Open Source-Projekte: Shopsysteme mit einem offenen Quellcode können kostenlos heruntergeladen und verwendet werden. Bei vielen Anbietern gibt es inzwischen ein Dual-Licence-Modell, bei dem die Software neben der kostenlosen Community-Edition auch in einer kostenpflichtigen Enterprise- bzw. Professional-Version mit Support-Service und zusätzlichen Funktionen angeboten wird.

  • Großer Funktionsumfang durch Erweiterungen möglich
  • Hohe Flexibilität und viele Individualisierungsmöglichkeiten
  • Für die Einrichtung sind Fachkenntnisse beispielsweise durch eine Agentur notwendig
  • Kein Hersteller-Support


On Premise: Hierbei handelt es sich um eine Komplettlösung bei der meistens zusätzliche Systeme wie CRM, ERP und Warenwirtschaft integriert sind. Die Softwarelizenz wird käuflich erworben.

  • Großer Funktionsumfang ohne zusätzliche Erweiterungen
  • Geringer Aufwand, da die Konfiguration meist im Kaufpreis enthalten ist
  • Umfangreicher Support durch den Hersteller
  • Hohe Kosten


CMS-Erweiterungen: Mit einem Content-Management-System können Sie schnell und einfach eine Website erstellen (lassen) und diese mit Erweiterungen an Ihre Bedürfnisse anpassen. Die gängigsten Systeme verfügen auch über Module zur Erstellung eines Onlineshops.

  • Einfache Umsetzung und Integration in einen existierenden Internetauftritt
  • Geringe Kosten
  • Eingeschränkter Funktionsumfang
  • Sie sind an das passende CMS gebunden
  • Nicht jedes Plugin ist rechtlich für den deutschen Markt geeignet


SaaS-Modelle und CMS-Erweiterungen eignen sich vor allem für Einsteiger und kleine Projekte, da sie durch ihren eingeschränkten Funktionsumfang im professionellen E-Commerce nur begrenzt einsetzbar sind. Mittelständige und große Unternehmen setzen besser auf Open Source- oder On Premise-Lösungen.


Welches sind die wichtigsten Shopsysteme?

Das Angebot an Webshop-Systemen ist groß: International gibt es mehr als 300 Programme, in Deutschland sind etwa 100 Systeme auf dem Markt verfügbar. Weltweit am häufigsten genutzt wird die Software Magento, dicht gefolgt vom WordPress-Plugin WooCommerce. Dieses punktet vor allem bei unzähligen kleinen Websites, spielt jedoch bei größeren Onlineshops keine Rolle. In Deutschland ist das hier heimische System Shopware am beliebtesten. Dahinter folgen neben Magento u.a. JTL Shop, OXID eShop, Gambio und PrestaShop. Interessant ist auch das 2014 gegründete Shopsystem Spryker, das in den letzten Jahren stetig beliebter wurde.

In den folgenden Abschnitten beleuchten wir die vor allem für mittelständige Unternehmen relevanten Webshop-Systeme genauer und zeigen die Vor- und Nachteile der jeweiligen Software auf.


Shopware

Shopware stammt aus Deutschland und wird in einem dualen Lizenzsystem vertrieben: Neben den kostenpflichtigen Versionen Enterprise, Professional und Professional Plus gibt es auch die kostenlose Community-Edition. Die Software basiert auf PHP.

Magento

Magento ist ein im Jahr 2008 veröffentlichtes, in PHP geschriebenes und auf dem Zend-Framework basierendes Open Source-System, das 2018 durch den Konzern Adobe übernommen wurde. Die Software ist ebenfalls in einem dualen Lizenzsystem mit zwei Versionen erhältlich: Magento Open Source (kostenlos) und Magento Commerce (kostenpflichtig). Beide Varianten basieren auf demselben Kern, Unterschiede gibt es vor allem bei der Gewährleistung, dem Support und integrierten Funktionen.

JTL Shop

Das kommerzielle Shopsystem wurde in und für Deutschland auf PHP-Basis entwickelt und ist seit 2007 in einer kostenfreien Variante und mehreren kostenpflichtigen Editionen zu unterschiedlichen Tarifen erhältlich.

OXID eShop

Das PHP-basierte Shopsystem ist ein Produkt der OXID eSales AG mit Sitz in Freiburg. Es gibt eine kostenlose, quelloffene Community-Edition sowie die kostenpflichtigen Versionen Professional und Enterprise.

Gambio

Das auf PHP basierende Shopsystem wird von der Bremer Gambio GmbH entwickelt. Es besitzt eine Open Source-Lizenz, wird jedoch ausschließlich in Kombination mit einem kostenpflichtigen Support-Paket angeboten.

PrestaShop

Das in Frankreich entwickelte Shopsystem basiert auf PHP und wird als kostenlose Open Source-Software vertrieben.

Spryker

Spryker ist ein auf PHP basierendes Shopsystem im Stil eines Frameworks und beheimatet in Berlin. Die Lizenzkosten sind unterschiedlich, da sie sich nach der Anzahl der Entwickler richten.

Wie ist unsere Empfehlung?

Wie schon bei den Content-Management-Systemen gibt es auch hier nicht die eine Lösung für jedes E-Commerce-Projekt – es lassen sich jedoch deutliche Bereiche benennen: Die Shopsysteme Magento und Oxid eShop eignen sich vor allem für große und sehr komplexe Projekte. Gambio hingegen überzeugt ausschließlich bei kleinen Projekten, während Spryker ein Nischenprodukt für Individualisten ist. Für kleine bis große Webshops kommen die Systeme Shopware, JTL Shop und PrestaShop infrage. Unser klarer Favorit heißt Shopware: Der große Funktionsumfang, die Fokussierung auf den deutschen Markt bei gleichzeitiger Option zur Internationalisierung sowie die besonders gute Nutzerfreundlichkeit geben hier den Ausschlag.


Wichtig ist aber nicht nur das verwendete Shopsystem, auch auf die Umsetzung kommt es an: Eine simple Shopping-Plattform im Stil eines Kaufhauskatalogs bringt Ihnen bei der heutigen Konkurrenz keine hohen Verkaufszahlen. Kunden wollen einen Mehrwert: Heben Sie klar hervor, was Sie von vergleichbaren Anbietern abhebt, bringen Sie serviceorientierte Interaktion ins Spiel und schaffen Sie hochwertige, relevante Inhalte – so wecken Sie die Begeisterung Ihrer Kunden.

Sie brauchen dringend kreativen Input? Sie haben Ideen, aber keine Ahnung von der technischen Umsetzung? Kontaktieren Sie uns! Wir beraten Sie gerne und schaffen gemeinsam ein spannendes Einkaufserlebnis für Ihre Kunden. Sie erreichen uns telefonisch unter 0711 184206-0 oder per E-Mail über hello@wus.agency.

Dagmar Kavakli
Senior Content-Marketing Manager

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